7. Woche: Lieber Heinz, Rest in RIP

Lieber Heinz,

Schade, dass du tot bist. Ich werde dir trotzdem noch einmal die Perspektive von Georg Vobruba zur gesellschaftlichen Kritik darstellen.

Kritik hat zwei Aspekte: die Veränderung der Gesellschaft und die Soziologie. Als Soziologen können wir Wissen über die Veränderung der Gesellschaft gewinnen und sinnvolle Kritik ausüben, weil wir mehr Wissen haben, als die andere Personen.

Wir als Soziologen können aber nicht davon ausgehen, dass die Denkweisen von allen anderen Menschen systematisch falsch sind, weil sie nicht die gleiche „soziologische Perspektive" wie wir haben. Wenn wir von diesem Gedanken ausgehen basieren wir unsere Analysen auf Vorurteile und nicht auf die Wirklichkeit. Die Kritik, die alle Menschen ausüben, führt zu Veränderungen in der Gesellschaft. Es ist egal, was für Vorstellungen ein paar Soziologen haben. Wir sollten also nicht die Gesellschaft kritisieren, sondern nur die existierende Kritik von den Leuten analysieren und verstehen. Nur so können wir die Gesellschaft besser verstehen, statt auf nutzlose normative Vorstellungen zu zählen.

In der Wirklichkeit gibt es kein objektives Kriterium, auf den alle Gesellschaften basieren sollten, also kann die Soziologie nicht wissen, was kritisiert werden sollte. Wir Soziologen können nur herausfinden, unter welchen Umständen die Leute Kritik ausüben. Natürlich könnten wir wie der Rest der Leute einfach Kritik ausüben, aber das würde uns nichts bringen.

Ich hoffe ich konnte die Perspektive von Georg gut darstellen, auch wenn ich diese ein bisschen übertrieben habe.

Alles Liebe,

Dein Jose



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