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Kultur an sich gilt als eine Art symbolisch ausgedeuteter Sinnhorizont, in dem alle unsere Wahrnehmungen, Deutungen, Handlungen eingebettet sind. Es gibt eine Vielzahl von Zusammenhängen und Verknüpfungen, die mit dem Kulturbegriff einhergehen, so gestaltet sich der kultursoziologische Begriff als sehr komplex und lässt, laut Schroer, “vielmehr keinen Gegenstand unbearbeitet” (S.198). Alle gesellschaftlichen Bereiche sind kulturell geprägt. Durch die voranschreitende Ausdifferenzierung der Gesellschaft kommt es zu einer immer größeren kulturellen Vielfalt, weshalb heute nicht mehr lediglich von einer Kultur gesprochen werden kann. 

Der Kulturbegriff kann nicht mit dem Naturbegriff gleichgesetzt werden, ganz im Gegenteil „Kultur“ ist vielmehr der Gegenbegriff zur Natur, aus der sie aber einst herauswuchs. Kultur gilt also eher also als etwas Nichtnatürliches. Wenn aus dem Naturwesen des Menschen Kultur wird, so bedeutet dies nichts anderes als die Ausdifferenzierung der natürlichen und bereits ursprünglich vorhandenen Eigenschaften des Menschen. Hierzu zählt beispielsweise die Ausdifferenzierung der Bedürfnisse, Fähigkeiten, Tätigkeiten, sowie seiner Beziehungen zu anderen Individuen. Natur bezeichnet vor allem das, was nicht vom Menschen geschaffen wurde, im Gegensatz zu der, vom Menschen geschaffenen, Kultur. Durch das Bewusstsein seiner selbst kann der Mensch die natürliche Umwelt aus einer reflexiven Distanz erfahren und sich von ihr abgrenzen.  

Thorstein Veblen versuchte innerhalb seiner Theorie soziales Verhalten im Hinblick auf das Streben nach Prestige zu erklären. Damit wird dieses zu einem Paradigma seiner Erklärungen. Es geht den Menschen bei ständigem Konsum immer weniger um lediglich die Verbesserung des materiellen Lebens, sondern vor allem um die Erlangung von möglichst viel Anerkennung, so Veblen. Man könnte sagen, dass Veblen in seinem Werk “The Theory Of The Leisure Class”, Kulturkritik betreibt. Veblen beschäftigte sich ausführlich mit der Rolle des Konsums innerhalb der Modernen Gesellschaft. Er versuchte im Bereich der Soziologie, eine soziale Analyse zu entwickeln, die den Menschen als selbständig Handelnden innerhalb der Gesellschaft miteinschließt und dabei moderne Kulturen erklärt. Es ging Veblen um eine Analyse des Beziehungsge­füges zwischen Konsum, dem Verbrauch von Gütern und dem gesellschaftlichen Wohlstand. 

Auch Talcott Parsons beschäftigte sich mit dem Kulturbegriff. Er gab diesem jedoch eine viel mehr strukturfunktionalistische Bedeutung und betrachtet dabei die Kultur selbst als kollektives System gesteuert von Werten und Normen, welche das Individuum durch verschiedene Sozialisationsprozesse im Laufe seines Heranwachsens lernt. Parsons sieht den Kulturbegriff eher als lediglich Teil eines allgemeinen Bezugsrahmens seiner Handlungstheorie, es ging ihm jedoch im Großen und Ganzen viel mehr um die Entwicklung einer allumfassenden Gesellschaftstheorie. 




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