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A. Kultur versus Natur. Die Begriffe „die Natur“ und „die Kultur“ können sehr verschieden verstanden werden. Trotzdem sind diese Begriffe undeutlich, versteht man sie gewöhnlich gegensätzlich. Die Natur und die Kultur werden oft so dargestellt, als ob sie die Eigenschaften haben könnten, die sie „gut“ oder „schlecht“ machen. Damit sind zwei Weise, die Entwicklung „Natur-Kultur“ zu verstehen, verbunden. 

 „Natur-Kultur“ als Fortschritt. Die Natur ist etwas Gefährliches und Wildes, was man verändern muss, um die Lebensräume zu schaffen. Dann ist die Kultur der Zustand der veränderten Natur, in der der Mensch existieren kann. In diesem Fall könnte man solche Definition geben: die Kultur ist der Zustand, in dem die Gesellschaft funktionieren kann. Die Natur bedeutet der Zustand des Verfalles der Gesellschaft – in der Natur ist es unmöglich, den Recht und die Ordnung zu unterstützen, die Möglichkeiten für Wissenschaftsentwicklung, für die Wirtschaft usw. zu schaffen.   

 „Natur-Kultur“ als Degradierung. Die Natur ist ein ursprünglicher Zustand der Menschheit. In diesem Fall bedeutet die Kultur die Entwicklung in den bestimmten Bereichen wie Wissenschaft, Technik, Kunst usw. Aber diese Entwicklung ist immer mit der Degradierung der Moral verbunden, die zum Verfall der Gesellschaft führt. Hier könnte man diese Definition der Kultur geben: sie ist die Entwicklung der Wissenschaften, der Kunst usw., die den Menschen dazu bringt, die fundamentale moralische Regeln zu vergessen. Die Natur bedeutet der Zustand, in dem die Moral unterstützt wird d.h. in dem die Struktur der Gesellschaft richtig organisiert ist.

 Mensch als kulturelles Wesen nach der Natur. In der philosophischen Anthropologie versteht man den Menschen als kulturelles Wesen. [Wenn ich alles richtig verstanden habe, muss ich in dieser Aufgabe meine eigene Definition schreiben] Wenn man der Mensch als kulturelles Wesen nach seiner Naturversteht, ist die Definition der Kultur und der Natur ist die Definition des Zustandes, in dem es um den Menschen gehen kann. In diesem Fall kann man über 2 Zustande sprechen: ein kultureller Zustand des Menschen und ein natürlicher Zustand des Wesens, das ein Potenzial hat, zu einem Menschen zu werden. (NB: hier ist kein natürlicher Zustand von Rousseau gemeint) Ich würde sagen, dass der Mensch durch die Anwesenheit des Selbstbewusstseins und das Verstehen der Endlichkeit charakterisiert werden kann. Die Anwesenheit bedeutet, dass mein Handeln nicht nur Reaktion auf die Umwelt ist; dass ich „ICH“ habe und mich als Subjekt der Wirkung verstehe. Die Endlichkeit der Zeit ist die Endlichkeit des Lebens. Ich beginne die Angst vor dem Tod zu haben. Es ist wichtig, dass ich die Angst nicht vor etwas Konkretes und Gefährliches, sondern vor meiner Endlichkeit selbst habe. Ich meine, dass die Geschichte von Adam und Eva ein gutes Beispiel der Beschreibung des natürlichen Zustandes. Paradies ist als Ort dargestellt, in dem es keine Zeit und keinen Raum gibt. Nur nach der Erkenntnis von Gut und Böse entstehen die Zeit und Raum (Adam und Eva verlieren Paradies) d.h. mit dem Entstehen des Grundes der Kultur. In diesem Fall könnte man die Kultur als Zustand verstehen, in dem der Mensch entsteht. Es ist möglich darüber zu sprechen, wenn dieser Mensch ein Subjekt ist, nachdenken kann, die Endlichkeit seines Lebens versteht. Alle diese Eigenschafften charakterisieren den Menschen und schließen den Grund für die zukünftige Entwicklung der Gesellschaften, Wissenschaften usw. ein. Dann ist die Natur ein Zustand, den man nicht weiter erreichen kann, da dafür braucht man, damit aufzuhören, ein Mensch zu sein.

 Georg Simmel. Er unterscheidet die objektive und subjektive Kultur. In der heutigen Zeit entwickelt sich die objektive Kultur schneller als subjektive und wird immer komplexer. Der Mensch beginnt den Druck der objektiven Kultur zu fühlen und sich gegen sie widersetzen.  Schließlich führt die Herrschaft der objektiven Kultur dazu, dass der Mensch zum Sklaven der Produkte wird. (IPhone-Sucht / Internet-Sucht als Beispiele dafür)

 Pierre Bourdieu. Er stimmt damit zu, dass die Kapitalverteilung die Struktur der Gesellschaft bestimmt, aber fügt das soziale Kapital (Beziehungen, die in der Gesellschaft entstehen, in der es die verschiedenen Zugehörigkeiten gibt) und das kulturelle Kapital in dieser Klassentheorie hinzu. Es gibt drei Arte des kulturellen Kapitals: das objektivierte Kulturkapital (Besitz von den Kulturgütern – wenn die teuren Bilder der modernen Kunst gekauft werden, um Status zu zeigen), das institutionalisierte Kulturkapital (Bildungstitel) und das inkorporierte Kulturkapital. Damit wird die Klassentheorie von Bourdieu mit der Kulturdimension erweitert.

Sigfried Kracauer. In der Forschung der Kultur taucht er in der Welt des Alltags. In diesem Fall ist die Kultur keine Produkte der Hochkultur, sondern die profane alltägliche Wirklichkeit des Lebens der Stadt. Außerdem hat er die Soziologie des Filmes geforscht, was auch ein Beispiel des alltäglichen Kultur sein könnte - die Filme zeigen uns, zum Beispiel, die kulturelle Interpretationen, Sinne und Werte auch wenn es um Blockbuster geht.

(Entschuldigung für mein Deutsch. Ich hoffe daraus, dass alles klar geschrieben ist)



Comments

JG
Jonathan Gruhler teacher April 25, 2021, 3:05 PM

Vielen Dank für den erfrischende Andersartigkeit der Interpretation der Aufgabenstellung. Was ich gerne zu bedenken geben möchte ist, dass eine eigene Definition bedeutet, dass diese in den eigenen Worten widergegeben ist. Dies kann zwar auch eigene Gedanken enthalten, ist aber wie wir als Soziolog*Innen annehmen nicht frei im Geist, sondern selbst unter kulturellen Einflüßen entstanden. Anders ausgedrückt: Wir denken in den gegebenen Strukturen und Klassifikationssystemen. Deswegen ist es aber auch wichtig anzugeben, wenn möglich, woher die Gedanken stammen (bitte also auch zitieren). In Bezug auf Ihre spezifische Definition "Mensch als kulturelles Wesen nach der Natur" würde ich gerne anmerken, dass Sie für mich ein paar logische Schwächen aufweist. Die Beziehung zwischen den Konzepten Bewusstsein und Kultur wird nicht deutlich, das Kriterium der "Endlichkeit" als Kriterium fürs Menschsein selbst zu nehmen, ist insofern problematisch, da es selbst der menschlichen Konstruktion der Zeit entspricht, welche wiederum im Bewusstsein entsteht. Den Verweis auf Adam und Eva ist wiederum irreführend, weil selbst menschengemacht (wenn man daran glaubt, das Religion, wie wir bei Durkheim sehen, vielmehr selbst eine gesellschaftliches Konstrukt darstellt). Kultur als Zustand des Menschen zu nehmen gegenüber dem natürlichen (nicht-menschlichen), hat zur Folge, dass man festlegen muss, wann der Mensch zum Mensch wird. Vielleicht könnte man eben, die biologischen angeborenen menschlichen Eigenschaften (hierunter würde dann auch das Bewusstseins selbst fallen) als natürlich, und den Menschen als soziales Wesen als kulturell bezeichnen.


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