K | Konstantin Savvidis

Das Bild beinhaltet drei Ebenen, auf denen die symbolischen Grenzen aufgezeigt werden können. Die Erste bezieht sich auf das Trinkgut. Die Zweite auf das zugehörige Gefäß. Die Dritte auf das Bewandtnis des eventuellen Konsumenten.


Zunächst lässt sich der sichtbare Unterschied erklären. Die Konsumkultur des Bieres und des Weines sind deutlich unterscheidbar und bilden sich aus den Trinkhabitūs der Konsumierenden heraus. Die in jeglicher Kultur verbreitete Assoziationsreihe zum Wein und zum Bier ist inhärent mit der Zugänglichkeit des Getränks für die Massen und der Geschichte des Landes verbunden. Man könnte argumentieren, dass in den Ländern, wo Weinherstellung aus agrargeografischen Gründen nicht möglich ist, wird dieses Trinkgut als "edles" und "exotisches" angesehen. Da würde Wein als speisebegleitendes Getränk zu einem erheblichen Anlass bevorzugt. Auf der anderen Seite, kann in einer Kultur, die keine distinktive Biertradition besitzt, die Möglichkeit gewisse Güter aus dem Fremdland mit einer hohen Bierkultur erlangen zu können, als ein Zeichen des eloquenten Geschmacks und der konsumistischen Finesse wahrgenommen werden. Komprimiert formuliert: kann das kontextabhängige Bevorzugen eines jener Getränken unter Umständen eine symbolische Grenze zwischen dem durchschnittlichen Konsumenten und dem eines gehobenen Geschmacks darstellen.


Der zweite Analyserahmen für die symbolische Grenze, die auf dem Bild dargestellt wird, ist das der Flüssigkeit entsprechende Gefäß. Hier denke man daran, dass die Art, wie getrunken wird und auch wie der Trinkende dieses Instrument benutzt, der grenzziehende Faktor sein kann, wenn der Beobachtende auf diese Feinheiten aufmerksam wird. Sowohl das Bier- als auch das Weinglas gehören zu den Essutensilien, folglich sind deren Nutzanweisungen ein Teil des Etiketts. Das Etikett ist zweifellos ein symbolische Grenzen manifestierendes soziales Phänomen. Somit lässt sich sagen, dass die Trinkgefäße für Wein und Bier durch deren Benutzung par force in der Lage sind, die symbolische Grenze zu kennzeichnen.


Der letzte Punkt ergänzt und erweitert die vorherigen zwei. Der Wein und das Bier sind nur ein Einzelfall, an dessem Beispiel es erklärt werden kann, wie man in den Interaktionen mit solchen Gegenständen den Habitus erleben kann und wie sich die symbolischen Grenzen daraus herleiten. Zum Beispiel kann als eine solche Grenze das Kenntnis des Getränks (deren Abstammung, Besonderheiten oder Trinkweise) gedeutet werden. Oder auch die banalen Sachen, wie die Fähigkeit das Glas zu füllen, aus diesem Glas zu trinken, eine Konversation über das Getrunkene zu führen und auch das allgemeine Benehmen während des gesamten Prozesses zu steuern, tragen dazu bei, die symbolischen Grenzen zu errichten. Daran kann der soziale Status zum Ausdruck gebracht werden, oder auch die Zugehörigkeit einem bestimmten sozialen Umfeld, was ihrerseits auch die symbolischen Grenzen zum Vorschein bringen. All dies steht in unmittelbarer Korrelation mit den kulturellen Umrissen der Gesellschaft, die sich auf das einzelne Individuum projizieren lassen.


Referenzzitat "Symbolische Grenze"

"[Symbolische Grenzen] sind kulturelle Umrisse, die eine Erweiterung oder Beschaffung der Unterscheidung zwischen jeglichen Entitäten oder Ideen bezwecken" – eigene Umformulierung, aus der Aufgabe A.


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