K) Franka Scheffel

Auf dem Foto ist ein Kleideretikett zu sehen, das von dem Geschäft „H&M“ stammt und die Größen, in denen der Artikel verfügbar ist, zeigt. Dieses Foto ist ein Verweis auf die symbolische Grenze, die zwischen den Kategorien „Normalgröße“ und „Übergröße“ besteht. Das Kleidungsstück mit dem hier gezeigten Etikett ist ein Artikel aus der Abteilung für Normalgrößen, die von Größe 32 bis 42 reicht. Alle Menschen, die diese ihnen zu kleinen Größen nicht tragen können gelten als Leute, die nicht in der Normalgrößenabteilung einkaufen sollten, sondern in der Übergrößenabteilung. Die symbolische Grenze bestimmt also, welcher Körperumfang „normal“ ist und dass man mit einer Größe ab 44 nicht mir zu dieser Kategorie dazugehört und stattdessen als „übergroß“ oder „plus size“ gilt.

Die Kleidernummern sind Symbole, die die Grenze sichtbar machen. Oft werden sie auch nicht in Nummern, sondern in Buchstaben angegeben, die zum Beispiel für „medium“ oder „extra large“ stehen. Bei diesen wird die symbolische Grenze noch sichtbarer. Außerdem gibt es oft separate Geschäfte für Übergrößen, die Kategorien werden hier also auch räumlich getrennt. Weitere Symbole sind höhere Preise für die großen Kleidungsartikel, die schon ein erstes Anzeichen dafür sind, dass eine unterschiedliche Bewertung der zwei Kategorien besteht. Leute, die Übergrößen tragen, treffen auf ein unterschiedliches Verhalten der Mitmenschen ihnen gegenüber, sie werden schief angeschaut, wenn sie mit Schwimmkleidung am Strand liegen und es gibt auch negative Assoziationen mit ihrer Körpergröße, zum Beispiel ein ungesunder Lebensstil oder Faulheit. Die Kategorien „Normalgröße“ und „Übergröße“ trennt also nicht nur eine symbolische, sondern auch soziale Grenze.



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