K) Jens Lotzgeselle

Die Stadt Heidelberg hat 15 Stadtteile, deren Grenzen nicht durch physische Grenzen definiert, sondern für jeden überwindbar sind. Als Bild habe ich das Ortsschild des Stadtteils Handschuhsheim, stellvertretend für alle Stadtteile Heidelbergs fotografiert. Die verschiedenen Stadtteile unterscheiden sich in ihrer Gründungszeit, geographischen Lage, Bevölkerungszusammensetzung etc., sind aber von Grund auf erstmal nicht bewertet, also noch sozial folgenlos und bilden so symbolische Grenzen, die den jeweiligen Bewohnern den entsprechenden Wohnort definieren. Die Grenzen unterteilen also die Bewohner Heidelbergs in verschiedene grundsätzlich gleichwertige Gruppen, durch das statistische Merkmal des Wohnortes. Dabei bleiben soziale Dynamiken zunächst unberücksichtigt.

Diese Grenzziehung kann jedoch zum Problem ihrer Bewohner werden, sobald sie nicht mehr als unbewertet betrachtet werden. Daraufhin folgen Vorurteile gegenüber bestimmten Gebieten, sodass die „Wahl“ des Wohnortes innerhalb einer Stadt Folgen der sozialen Ungleichheit mit sich ziehen kann. Innerhalb der meisten Städte, auch in Heidelberg, gibt es besser gestellte Viertel und weniger gute. Zumeist kommt es durch diese Strukturierung zur Ballung der wohlhabenderen Einwohner in bestimmten Stadtteilen sowie eine Konzentration der finanziell schwächeren Familien. Solch eine Häufung hat weitreichende Konsequenzen und führt häufig zum allmählichen Verfall des Viertels und gleichzeitig wird ein sozialer Aufstieg in diesem Viertel zunehmend erschwert. Öffentliche Einrichtungen werden vernachlässigt, große Supermärkte sehen ihre potenziellen Kunden an anderen Orten und ziehen weg etc. Dieser Verfall führt häufig zur Segregation des Stadtviertels und so zur Benachteiligung und Diskriminierung der Bewohner. In diesem beschriebenen Fall führte die symbolische Grenze des Wohnortes zu sozialen Ungleichheiten und wurde zu einer sozialen Grenze. 



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