Max Horkheimer Text - „Zur Kritik der gegenwärtigen Gesellschaft“ - Kritische Theorie

  1. Frage: Wie ist Kritik aufzufassen? Von welcher Seite (links, rechts, oppositionell, anarchistisch?) 

Hauptproblem einer produktiven Kritik: Dynamik der Gesellschaft ist gegenüber dem Einzelnen ist so groß, dass kaum noch etwas „abgeändert“ werden kann. -> Indikator dafür ist er „Rückgang des Einzelsubjekts“ 


Liberalismus: Ungerecht, aber mehr am Einzelnen Subjekt orientiert, das seine Kräfte entfalten kann und dadurch eine bessere Stellung in der Gesellschaft bekommen kann. Autonomiewahrung des Einzelnen. 

-> Dieses Phänomen der Autonomie tritt durch zunehmende Bürokratisierung in den Hintergrund. 


2. Frage: Wie soll der Übergang der Herrschaft des Bürgertums auf die Arbeiter funktionieren und wird mit diesem Übergang auch die Zivilisation (das Positive übernommen)?

Marx denkt wenn er vom „Reich der Freiheit“ spricht an die Entfaltung der Kräfte des Einzelnen, die zuvor (im Liberalismus) nur für das Bürgertum bestanden hat. 

-> Niemand mehr soll von „ihr“ (der Gesellschaft/der Freiheit) ausgeschlossen sein. Das zu erreichen ist eine gemeinschaftliche Angelegenheit.


„Alle Menschen sollten sich frei entfalten dürfen (unabhängig vom Stand) “ Marx -> Chancengleichheit für alle


Horkheimer kritisiert die Bürokratisierung und sagt, dass der einzelne gar nicht mehr die Chancen hat die er früher ein mal hatte.

-> Eisenhower: Herrschaftsposition des „military-industrial- complex“

„Management/Direktorien“/„Komitees des Managements“ entscheiden auf Grundlage von Informationen, die sie von einer Gruppe von „Spezialisten“ bekommen.


„Technostructur“ (Galbright) -> „ist die Epoche, in der Horkheimer gelebt hat


„Der einzelne, autonome Mensch, der für die Gesellschaft, wäre sie gerecht, charakteristisch sein sollte, ist heute im Verschwinden“ -> Das ist nach Horkheimer eines der wichtigsten Momente, auf die man achten muss, wenn man die aktuelle Gesellschaft kritisieren möchte (ähnlich wie die „Rebellion der Jugend“, die möchte, dass der Einzelne wieder etwas bedeutet) 


Dialektik bei Marx heißt: Die Produktivkräfte (alle Kräfte des Menschen deren er sich bedient um die Natur zu beherrschen z.B Wirtschaft u Technik) sind immer am wachsen. Aufgrund dieser „Produktivkräfte“ entwickeln sich zwischen den menschen bestimmte Beziehungen. Diese nennen sich „Produktivverhältnisse“. 


Bsp. Altes Ägypten (keine Technik in Form von Maschinen etc. Also damit kein eProduktivkräfte (?)), dennoch haben Sie Pyramiden gebaut. Das hat funktioniert, weil „einer mit Peitsche“ dabei stand. 

Dann entwickelten sich Gegensätze zwischen den Produktionsverhältnissen und den Produktivkräften -> Zwischen den Herrschenden und Beherrschten (Veränderung durch das Wachsen der Produktivkräfte).


Je mehr Produktivkräfte, desto mehr Produktionsverhältnisse (bedingt sich gegenseitig), das Wiederrum sprengt die Produktionsverhältnisse und verwandelt sie in neue. Dieser Mechanismus heißt dialektischer Materialismus. 

„Das Denken der Menschen ist dadurch beeinflusst, wie sie die Natur zu beherrschen vermögen. 


Marx hofft (nach Horkheimer), dass diese beschriebene Art der Dialektik irgendwann aufhört, dass die Beziehung zwischen den Menschen nicht mehr durch die Art und Weise der Naturbeherrschung bestimmt wird, sondern die Naturbeherrschung in Zukunft nur noch einen kleinen Teil ausmacht. 


Religion spiel heutzutage keine Rolle mehr. Religion war bisher der Motor für Weiterentwicklung (durch die Suche nach Seligkeit). 


Geist, Phantasie und Autonomie sind nach Horkheimer heutzutage auf das höchste bedroht. 

3. Frage: Was soll man tun? In Bezug auf die Gestaltung der Zukunft ist es Horkheimer wichtig positives Elemente zu „wahren“: 

1. Die Achtung vor dem Menschen (nicht nur als Ideologie!)

2. Gelder (Mittel der Gesellschaft) zu Gunsten kultureller Ziele nutzen (-> eingenommen Universitäten, Schulen, Erziehung) 

3. Zu viel Spezialisierung in den Studiengängen/Wissenschaften (Geistes und Naturwissenschaften). Horkheimer möchte weniger Spezialisierung, stattdessen mehr allgemeines, grundständiges Wissen (?)

-> Weniger Spezialisierung, dafür mehr Allgemeinverständlichkeit und dadurch besseres verstehen von Zusammenhängen 

4. In den Schulen mehr Bildung im Bereich Religion bzw. Geschichte/Herkunft er Religionen und wie diese zur europäischen Zivilisation beigetragen haben. Europäische Atheisten haben mehr mit „religiösen Grundsätzen“ am Hut als die sogenannten Religionen (heuchlerisch). Eine philosophischere/ethischere Bildung der Schüler und ein Vergleich der verschiednen Religionen, statt nur christlichem Religionsunterricht

Kritische Theorie = man kann sagen, was falsch ist aber nicht definieren , was richtig ist. 

Vorschlag: Institution, die unparteiische, qualifizierte Wissenschaftler benennen, die für Krisensituationen uÄ ( zB Hunger in notleidenden Ländern) Verantwortung übernehmen und die Menschheit darüber unterrichtet, was geschehen muss um eine Verbesserung zu erreichen. (Auch gegen den Willen uneinsichtiger Herrscher) -> „Jeder muss erfahren, was sein könnte.“ -> Solidarität der Menschheit (nicht nur Solidarität des Proletariats) 


5. Flächendeckende zwangsläufige Solidarität der Menschen, um eine Welt zu schaffen in der es jedem besser geht. 


6. Aspekte aus den Protesten der Jugend (wahrschl. Bewegung 1968) übernehmen und ins kollektive Bewusstsein übergehen lassen






Comments

Eddie Hartmann teacher July 8, 2020, 9:05 PM

Liebe Frau Lauer, ich hatte das bereits zu Ihrem Beitrag von vergangener Woche angemerkt, und zwar ebenfalls als Kommentar direkt unter Ihren Beitrag. Aber möglicherweise haben Sie das übersehen. Daher wiederhole ich an dieser Stelle noch einmal unsere Bitte an Sie: Bitte schreiben Sie zukünftig Fließtexte und keine Stichpunkte. Der Sinn der Aufgabe besteht darin, eigene Argumente zu entwickeln und diese entsprechend zu begründen, sodass das alles auch für Leser:innen nachvollziehbar wird. Gerade das ist bei Stichpunkten, die dann lediglich noch hier und dort ein bisschen ausgeführt werden, nicht der Fall. Es entsteht keine eigene Argumentstruktur und man bleibt zwangsläufig auf der Ebene der reinen Rekonstruktion stehen. Ausführlich kommentieren lässt sich ein solcher Beitrag aus diesen Gründen ebenfalls nicht.

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