Woche 7: Making it by faking it – Selbstinszenierung an der Hochschule


1. Wo/Wie erfahren die Studierenden aus bildungsfernen Schichten soziale Ungleichheit in Eliteschulen?

 

Studierende aus bildungsfernen Schichten haben während ihres Aufenthalts an den Eliteschulen das Gefühl anders zu sein und nicht dazuzugehören. Diese Gefühle werden vor allem durch ihre soziale Schicht hervorgerufen, mit welcher sie sich an Eliteschulen nicht weiter identifizieren wollen/ können. Das führt bei vielen Studenten/- innen zu starken psychischen Belastungen.

Auslöser dafür, dass ihre soziale Schicht sie von den anderen Schülern unterscheidet ist hauptsächlich der Besitz des kulturellen Kapitals. Somit überschneiden sich in den Eliteschulen zwei Gruppen mit unterschiedlichem kulturellem Kapital, welche durch die soziale Schicht und die erlernten Moralvorstellungen, Werte etc. voneinander abweichen. Dies gibt den Schülern aus den unteren Schichten das Gefühl „anders“ zu sein.

Es beginnt damit, dass diese Schüler nicht mit denselben Kapitalien ausgestattet sind, wie die Eliteschüler. Dadurch fühlen sie sich oftmals inkompetent und machtlos. Das wird vor allem durch die sprachlichen Schwierigkeiten hervorgerufen. Die Vorlesungen sind für sie somit mit viel mehr Stress verbunden, da sie z.B. bestimmte Redewendungen nicht verstehen beziehungsweise sich mit den Sprachangewohnheiten der höheren Klasse nicht identifizieren können. Dieser Stress führt bei den Schülern zu sehr hohem Druck, zu nicht- selbstbewussten Verhaltensweisen und Angst, den Voraussetzungen nicht gerecht zu werden.

 

Durch ihren sozialen Hintergrund und dementsprechend anderen Werten, Kleidungsstilen und Redewendungen fühlen sich selbst fähige Studenten aus bildungsfernen Schichten fehl am Platz. Dies führt zu einer enormen Belastung im schulischen Umfeld, neben den ohnehin schwierigen Bedingungen und Ansprüchen auf einer Eliteschule. Häufig gibt es unangenehme Situationen durch Mitschüler und das Lehrpersonal, welche den Schülern aus bildungsfernen Schichten ihre Außenseiterposition nochmals verdeutlichen.

All das führt oft dazu, dass sie in einen Identitätskonflikt geraten, bei dem sie sich zwischen ihrer Herkunft und der Anpassung an die Elite entscheiden müssen. Dieser Konflikt führt ebenso zu stark belastenden psychischen Problemen

 

2.      Welche Strategien entwickeln sie, um damit zurecht zu kommen?

Um Ausgrenzung und Ablehnung aus dem Weg zu gehen entscheiden sich die meisten Schüler dafür, ihre Herkunft zu „verbergen“. Dies tun sie, indem sie sich mit der Eliteschicht identifizieren und sich dementsprechend Verhalten. Diese Strategie hilft den Schülern, sich an die kulturelle Umgebung an der Eliteschule anzupassen. Somit haben sie nicht mehr das Gefühl komplett „anders“ zu sein oder nicht dazuzugehören.

Um sich mit der Eliteschule identifizieren zu können passen sie z.B. ihren Kleidungsstil an, übernehmen die Verhaltensmuster der Elite, passen sich ihrer Identität an und leugnen ihre soziale Schicht.



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