Das Nachdenken über Verletzlichkeit steht häufig in einem engen Zusammenhang mit Vorstellungen von Verantwortung, Solidarität und Sorge. So leitet beispielsweise Judith Butler aus einer ontologischen Verletzbarkeit, die sich daraus ergibt, dass wir „sozial verfaßte Körper sind: an andere gebunden und gefährdet, diese Bindungen zu verlieren, ungeschützt gegenüber anderen und durch Gewalt gefährdet“ (Butler 2005: 37), eine kollektive Verantwortung ab (vgl. Butler 2005: 62). Für sie ist die Wahrnehmung und Anerkennung einer gemeinsam geteilten Verletzbarkeit, aber auch der besonderen…