Kritik als die Kunst, nicht dermaßen regiert zu werden

Kritik stellt für Michel Foucault nicht bloß eine wissenschaftliche Methodik zur Gewinnung neuer Erkenntnisse dar. Viel mehr bezeichnet er die kritische Haltung als eine Tugend und die Kritik als „die Kunst nicht dermaßen regiert zu werden.“ (1992: 12). Sie ist somit das Gegenstück zur Kunst des Regierens, welche Foucault historisch der Machttechnik des christlichen Pastorats zuordnet, die sich vom 15. Jahrhundert ausgehend über die Religion des Christentums hinaus in allen Regierungsinstitutionen (bspw. Pädagogik, Polizei, Psychiatrie) ausgebreitet habe.